Europäisches Kulturerbe Theater
Die Kunstform Theater prägte in unterschiedlichen historischen Kontexten kontinuierlich den europäischen Kulturraum. Die Netzwerke des internationalen Theaterbetriebs ermöglichten den darin beschäftigten Akteur*innen ein hohes Maß an Mobilität, resultierten allerdings auch aus einem stetigen Transfer von Stücken, die in Abhängigkeit des jeweiligen politischen und institutionellen Kontexts, an die lokalen Gegebenheiten angepasst wurden. Darüber hinaus waren die in den Theaternetzwerken agierenden Personen oftmals gattungs- und genreübegreifend tätig, und sind damit schwer innerhalb des modernen Verständnisses von Professionalisierung fassbar. Auch die übliche Praxis innerhalb eines Theaterabends unterschiedliche Gattungen miteinander zu kombinieren und ein gattungsübergreifendes, allerdings ephemeres Aufführungsereignis zu schaffen stellt eine methodische Herausforderung dar, die disziplinäre Synergien erfordert.
Theater ist ein wesentlicher Bestandteil des immateriellen europäischen Kulturerbes, das aber gleichzeitig verschiedenartiges Quellenmaterial in großer Anzahl in Gedächtnisinstitutionen überliefert und damit in seiner sozialen und ästhetischen Komplexität, u.a. erst mit digitalen Methoden in größeren historischen Kontexten analytisch bearbeitbar wird. Die Tagung diskutiert die Problematik von Ephemerität und Hybridität des Europäischen Kulturerbes Theater und der damit in Verbindung stehenden Kunstformen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven (u.a. Literatur- und Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft, Tanzwissenschaft,
Geschichtswissenschaft und Digitale Geisteswissenschaften). Damit soll analog zur kunst- und mediensynergetischen Praxis des Theaters im Rahmen der Tagung ein methodensynergetischer Zugang in den Fokus gerückt werden und Desiderate in der Beschäftigung mit dem Europäischen Kulturerbe aufgezeigt werden.
Vorträge von
- Katrin Dennerlein (Universität Würzburg)
- Laura Gianvittorio-Ungar (Universität Graz)
- Klaus Illmayer (Österreichische Akademie der Wissenschaften)
- Susanne Korbel (Universität Graz)
- Christian Neuhuber (Universität Graz)
- Christian Kämpf (SLUB Dresden)
- Véronique Braquet, Jakob Leitner, Diana Korol und Ingeborg Zechner (Universität Graz)