„Uns ist nur eine Feder des vorbeigeflogenen bunten Vogels in der Hand geblieben“, zeichnet Markus Hafner vom Institut für Antike eine Metapher des deutschen Klassischen Philologen Friedrich Leo (1851–1914) nach. „Denn die Rezeption antiker Werke sehen wir durch eine stark verengte Linse. Es ist das erhalten, was vor allem in den kaiserzeitlichen und spätantiken Schulen weitergegeben und in den Schreibstuben mittelalterlicher Klöster abgeschrieben wurde.“ Damit prägt lediglich ein Schnappschuss das Bild jenes Zeitalters, das sogar heute noch das kulturelle Schaffen beeinflusst: von schulischer Pflichtlektüre über Theater-Repertoire und populäre Streaming-Serien bis zu Online-Projekten, die alte Erzählungen digital weiterschreiben.
Donnerstag, 18.01.2024
Die Antike war diverser als wir glauben, sagt Altphilologe Markus Hafner
